Lautlos durch die Lüfte Gleiten
15 Jugendliche erkunden beim Segelrundflug Leuzendorf aus der Vogelperspektive
Von 0 auf 100 Stundenkilometer in zwei bis drei Sekunden? Für Segelflieger kein Problem. 15 Teilnehmer des Kinderferienprogramms Schrozberg durften die Piloten bei einem Rundflug über Leuzendorf begleiten.
Leuzendorf. Den Fallschirm aufgesetzt und ab ins Cockpit hinter den Piloten, dann den Gurt angelegt und los geht's. Der Segelflieger wird von einer Winde und einem ein Kilometer langen Stahlseil mit solcher Kraft angezogen, dass man nach zwei bis drei Sekunden bereits die 100 Stundenkilometer erreicht hat und sich wenig später in der Luft befindet. In den Sitz gepresst wird man fast senkrecht immer höher hinaufbefördert, bevor das Seil ausgeklinkt wird und man im Gleitflug die Landschaft aus der Vogelperspektive bestaunen kann.
15 Jugendliche durften diese Momente beim Kinderferienprogramm in Leuzendorf genießen. Beim Segelrundflug konnten sie ihre Heimat von oben bestaunen. "Ich war schon einmal hier, und ein bisschen Angst hat man immer vor dem Flug", sagt Franziska Vering. Ihr hat es beim ersten Mal so gut gefallen, dass sie sich in diesem Jahr noch einmal angemeldet hat. "Beim Start ging alles sehr schnell. Da liegt man im Sitz. Von oben konnte ich dann die herrliche Aussicht genießen." Noch nicht ganz so erfahren ist Paula Wagner. " Ich will ein Bild von oben machen. Vor dem Auf- und dem Abstieg mit dem Flieger habe ich so gut wie keine Angst, nur vor dem Abstürzen."
Da kann Sascha Göller, zweiter Vorsitzender des Flugvereins aber beruhigen: " Das Segelfliegen ist auch nicht gefährlicher als Autofahren. Die Flieger werden vor jedem Start überprüft", weiß er mit 25 Jahren Flugerfahrung. Dabei sind drei Männer auf dem Flugplatz unentbehrlich: Der Fahrer an der Winde, der Flugleiter und natürlich der Pilot. Ohne sie würde sich kein Segelflieger in die Lüfte erheben.
Es kann aber auch weit hinausgehen: So können bei idealen Bedingungen bis zu acht Stunden und 800 Kilometer Gleiten drin sein. Besonders wichtig ist für Segelflieger das Wetter. Ideale Bedingungen hängen nicht unbedingt vom Wind ab, sondern von der Thermik. Luft über dem Boden wird von der Sonne erwärmt und steigt nach oben. Mit diesen thermischen Aufwinden können Segler an Höhe gewinnen, die sie beim Streckenfliegen verlieren.
Für alle am Fliegen interessierten Jugendlichen wichtig: Bereits mit 14 Jahren kann man anfangen, den Segelflugschein zu machen, selbstverständlich nur mit dem Einverständnis der Eltern. "Bei uns unterrichten ehrenamtliche Fluglehrer. Mit 16 kann man dann die Prüfung ablegen", sagt Göller. Wenn man den Schein besitzt, kann man auch an Wettbewerben teilnehmen. Hier kommt es darauf an, eine vorgegebene Strecke möglichst schnell zu absolvieren. Falls niemand das Ziel erreicht, ist der weiteste Flug Sieger.
Bericht vom 05.08.2024