Jahresrückblick 2011

Ein Traum?

Die Sonne geht auf über der Landwehr, Tau liegt auf dem Gras, ein schöner Frühlingstag beginnt. Die Hallentore öffnen sich und die strahlend weißen Segelflugzeuge kommen nacheinander aus der Halle und werden zum Start geschoben. Davon träumten die Leuzendorfer Segelflieger lange Jahre - und nun ist der Traum wahr: 2011 war die erste Saison mit einer Halle. Kein mühevolles Aufrüsten, kein Stemmen der schweren Tragflächen, insbesondere des Doppelsitzers, kein Abwägen ob es sich noch lohnt umständlich mit dem Hänger per Auto ein weiteres Flugzeug aus der Scheuer zu holen und zu montieren.
Doch alles nacheinander, an erster Stelle in der Fliegerei steht die Sicherheit und daher ging es auch dieses Jahr zunächst zur:

Jahresnachprüfung der Segelflugzeuge (19. Februar)

Die Hohenloher Luftsportgruppe wartet ihre Segelflugzeuge selbst. Im Winter werden deshalb in der Werkstatt fleißig alle Flugzeuge für die nächste Saison vorbereitet und gemäß den Wartungsanweisungen der Hersteller gepflegt. Doch bevor sämtliche Segler richtig in die neue Saison starten können, müssen diese Arbeiten überprüft werden. Gerhard Queisser, ein Prüfer mit Lizenz des Luftfahrtbundesamtes, betrachtete genau Rumpf und Tragflächen, Cockpit und Steueranlage, Fahrwerk und Lack. Zudem kontrollierte er vorgenommene Reparaturen auf Vollständigkeit, Funktion und auf die ordentliche Eintragung in den Papieren. Es gab keine Beanstandungen und so warteten alle geduldig auf den Frühling. Bei den ersten Starts des Doppelsitzers "Twin" am 3. April wehte zwar ein kalter Wind, aber der herrliche Sonnenschein machte die Freude in den Saisonstart noch größer.

Frühlingswetter mit guten Aufwinden

Mehrere stabile Hochdruckwetterlagen bescherten einen sehr schönen Frühling mit guten Aufwinden. Warme, aufsteigende Luft wird von den Segelfliegern genutzt, um im Kreisflug nach oben zu steigen. Segelflieger nutzen die "Thermik" genau wie die Vögel und ein solcher Aufwind endet meist an weißen Quellwolken. Diese ideale Bedingungen zum Segelfliegen gab es bis Juni sehr oft und so konnten bei frühsommerlichen Verhältnissen bereits viele Stunden geflogen werden. Wer sich für das Segelfliegen interessiert, der kann - das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt - bereits im Alter von 14 Jahren damit anfangen. Auch bei der Hohenloher Luftsportgruppe kann man bei ehrenamtlich tätigen Fluglehrern den Flugschein machen und so kam Dank des guten Wetters die Ausbildung prima voran.

Johannes Ilg und Tobias Albrecht machten ihre ersten Alleinflüge
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Flugschein ist der erste Alleinflug. Ganz ohne Fluglehrer an Bord, der steht am Boden und hat für den Fall der Fälle das Funkgerät zur Hand, fliegt der Flugschüler eine kurze Runde um den Flugplatz. Der 15-jährige Johannes Ilg aus Schrozberg absolviert am 26. Juni seine ersten Alleinflüge. Voll Freude und mit strahlendem Gesicht entstieg er dem Doppelsitzer. Schon wenige Tage vorher (am 12. Juni) gelang dies Tobias Albrecht. Der 20-jährige aus Oberstetten beendet gerade seine Lehre zum Industriekaufmann und ist mit Begeisterung in seiner Freizeit gerne in der Luft. Er legte ebenfalls mit Bravour seine ersten Alleinflüge hin und die Fluglehrer Jan Bandemir, Patrick Felscher und Manfred Dinkel freuen sich über die Lernfortschritte aller Flugschüler. Inzwischen fliegen nämlich alle den Einsitzer "Astir" und auf dem Doppelsitzer wären noch Kapazitäten zur Schulung frei. Aus manchem "Hobby-Piloten" des Vereins ist später ein Berufspilot entwachsen. So fliegt ein ehemaliges Vereinsmitglied inzwischen als Kapitän einen A 340 bei der Lufthansa und unser Fluglehrer Sven Baldauf durchläuft derzeit die Ausbildung zum Testpiloten der Bundeswehr in den USA.
Fluglager und Flugplatzfest am 23. und 24. Juli

Fliegerisch war das Fluglager eher durchwachsen. Das stabile und beständige Sommerhoch gab es ja dieses Jahr leider nicht, an vier Tagen waren jedoch schöne und zum Teil auch weite Flüge (Thüringer Wald, Schwäbische Alb) möglich. Als kulinarischen Höhepunkt gab es auch dieses Jahr den traditionellen Spanferkelbraten an einem Abend. Ganz "nebenbei" waren immer wieder noch Arbeiten an der Halle zu erledigen, schließlich sollte zum Flugplatzfest alles fertig sein.